Viele Diäten werben damit, dass man besonders schnell und effektiv abnimmt, indem man sehr wenig Kalorien zu sich nimmt und weitgehend auf Fett verzichtet. Die
Brigitte-Diät zum Beispiel empfiehlt:
Der Kalorieninput sollte im Schnitt bei 1200 Kilokalorien und 35 Gramm Fett pro Tag liegen.
5 Scheiben Brot, gut belegt, entsprechen in etwa 1200 kcal. Wer auf Dauer zu wenig Energie zu sich nimmt, hat mit schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen zu rechnen. - Und mit dem klassischen
Jojo-Effekt, sobald man wieder zur normalen Ernährung zurückkehrt.
Warum ist es gefährlich, so wenig zu essen, und warum nimmt man dabei nicht dauerhaft ab?

Unser
Körper hat einen ganz individuellen Bedarf an Energie, je nachdem, wieviel man sich bewegt, wie gut der Stoffwechsel funktioniert, wieviel Muskelmasse im Körper ist usw. Allerdings gibt es eine
bestimmte "Untergrenze", den sogenannten
Grundumsatz. Der Grundumsatz ist die Energie, die unser Körper benötigt, um wenigstens die Grundfunktionen aufrecht zu erhalten. Atmung,
Herzschlag, Verdauung usw.
Zu meiner Arbeit als Ernährungs-Coach gehört eine sogenannte Vital-Analyse, bei der ich unter anderem den Grundumsatz meiner Kunden messe. Und egal wie die Menschen aussehen, ob dick oder dünn,
klein oder groß, sportlich oder nicht, jung oder alt: Es ist mir noch keiner begegnet, dessen Grundumsatz bei nur 1000 kcal lag. 1200 kcal wie bei der Brigitte-Diät kommt zwar vor, aber der
Grundumsatz ist ja die absolute Untergrenze, die wir sozusagen zum Überleben brauchen. Vorausgesetzt, wir liegen den ganzen Tag auf dem Sofa. Und wer kann oder will schon den ganzen Tag
nichts tun, nur weil er eine Diät macht?
Was macht der Körper, wenn wir längere Zeit zuwenig essen?
Er schaltet auf Notbetrieb und versucht, Energie einzusparen. Muskeln verbrauchen Energie. Also werden Muskeln abgebaut und so der Grundumsatz gesenkt.
Fett ist der Notspeicher für schlechte Zeiten, der wird erst angeknabbert, wenn nichts anderes mehr da ist. Die Folge? Wir fühlen uns schlapp, schwach und gereizt.
Jetzt haben wir 2 Möglichkeiten:
1. Weiter hungern und Eiweißmangel, dünne Haut, Muskelschwäche usw. hervorrufen
2. Zurückkehren zu normaler Ernährung und eher früher als später den Jojo-Effekt beobachten
Fazit:
Wenig essen ist keine Lösung. Es kommt darauf an, WAS wir essen.